Was tun, wenn das Krankengeld gestrichen wird?

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Eine Ablehnung des Krankengeldes rechtfertigt umgehend Widerspruch. Die Krankenkasse entscheidet häufig anhand der medizinischen Diagnose (ICD-Code), nicht nach individueller Prüfung des Krankheitsverlaufs. Eine sorgfältige Überprüfung der Aktenlage und gegebenenfalls ärztliche Unterstützung sind daher unerlässlich.

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Absolut! Hier ist ein Artikel, der das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und darauf abzielt, hilfreiche Informationen zu bieten:

Krankengeld gestrichen – Was jetzt? Ihr Fahrplan zum Erfolg

Die Nachricht trifft viele Betroffene wie ein Schlag: Die Krankenkasse hat das Krankengeld gestrichen. Plötzlich steht man vor der Frage, wie man seinen Lebensunterhalt bestreiten soll, während man sich eigentlich auf die Genesung konzentrieren müsste. Doch keine Panik! Eine Ablehnung ist nicht das Ende des Weges. Mit der richtigen Strategie und dem nötigen Wissen können Sie sich erfolgreich zur Wehr setzen.

Warum wird das Krankengeld gestrichen? Die häufigsten Gründe

Bevor wir uns den Handlungsmöglichkeiten widmen, ist es wichtig, die möglichen Ursachen für die Ablehnung zu verstehen. Die häufigsten Gründe sind:

  • Aussteuerung: Nach 78 Wochen Bezug von Krankengeld innerhalb von drei Jahren endet der Anspruch.
  • Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD): Der MD kommt zu dem Schluss, dass Sie arbeitsfähig sind, obwohl Ihr behandelnder Arzt Sie weiterhin krankgeschrieben hat.
  • Verstoß gegen Mitwirkungspflichten: Sie haben beispielsweise Termine beim MD versäumt oder notwendige Unterlagen nicht eingereicht.
  • Fehlende oder unzureichende Krankmeldung: Die Krankmeldung wurde zu spät eingereicht oder enthält nicht alle erforderlichen Informationen.
  • Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit: Die Krankenkasse zweifelt aufgrund Ihrer Angaben oder Ihres Verhaltens an, dass Sie tatsächlich nicht arbeiten können.
  • Diagnoseorientierte Entscheidung: Wie eingangs erwähnt, kann die Krankenkasse vorschnell anhand der Diagnose (ICD-Code) entscheiden, ohne den individuellen Krankheitsverlauf ausreichend zu berücksichtigen.

Schritt für Schritt: So gehen Sie gegen die Ablehnung vor

  1. Ruhe bewahren und Ablehnungsbescheid prüfen: Lesen Sie den Ablehnungsbescheid sorgfältig durch. Achten Sie auf die Begründung der Krankenkasse und die Frist für den Widerspruch.
  2. Widerspruch einlegen: Der Widerspruch muss schriftlich und innerhalb der im Bescheid genannten Frist (meistens ein Monat) bei der Krankenkasse eingehen. Formulieren Sie Ihren Widerspruch präzise und begründet.
  3. Akteneinsicht beantragen: Fordern Sie bei der Krankenkasse Akteneinsicht an. Nur so können Sie die Gründe für die Ablehnung vollständig nachvollziehen und Ihre Argumentation darauf aufbauen.
  4. Ärztliche Unterstützung suchen: Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über die Ablehnung. Bitten Sie ihn um eine ausführliche Stellungnahme, die Ihre Arbeitsunfähigkeit medizinisch begründet und auf die Argumente der Krankenkasse eingeht.
  5. Weitere Beweismittel sammeln: Sammeln Sie alle relevanten Unterlagen, die Ihre Arbeitsunfähigkeit belegen können, z.B. Arztberichte, Gutachten, Therapiepläne, etc.
  6. Widerspruch begründen und einreichen: Reichen Sie Ihren begründeten Widerspruch zusammen mit allen relevanten Unterlagen fristgerecht bei der Krankenkasse ein.
  7. Bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Wenn Sie sich unsicher sind oder die Krankenkasse Ihren Widerspruch ablehnt, suchen Sie professionelle Hilfe bei einem Rechtsanwalt für Sozialrecht oder einer Patientenberatungsstelle.

Wichtige Tipps für den Umgang mit der Krankenkasse

  • Kommunizieren Sie offen und ehrlich: Geben Sie der Krankenkasse alle relevanten Informationen und beantworten Sie ihre Fragen vollständig und wahrheitsgemäß.
  • Dokumentieren Sie alles: Notieren Sie sich alle Gespräche mit der Krankenkasse und bewahren Sie alle relevanten Unterlagen sorgfältig auf.
  • Seien Sie hartnäckig: Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn die Krankenkasse Ihren Widerspruch zunächst ablehnt. Bleiben Sie am Ball und setzen Sie sich für Ihre Rechte ein.
  • Kennen Sie Ihre Rechte: Informieren Sie sich über Ihre Rechte als Patient und Leistungsbezieher.

Fazit: Handeln Sie schnell und überlegt!

Eine Ablehnung des Krankengeldes ist eine schwierige Situation, aber kein Grund zur Verzweiflung. Mit einer sorgfältigen Vorbereitung, einer klaren Strategie und gegebenenfalls professioneller Unterstützung können Sie Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Durchsetzung Ihrer Ansprüche deutlich erhöhen. Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu suchen, wenn Sie sich überfordert fühlen. Ihre Gesundheit und Ihr Lebensunterhalt stehen auf dem Spiel!

Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Im Einzelfall sollte immer ein Rechtsanwalt für Sozialrecht konsultiert werden.