Kann man mit Divertikeln leben?
Divertikel müssen nicht das Leben bestimmen. Oftmals heilt eine unkomplizierte Divertikulitis mit Antibiotika aus, sodass keine weiteren Beschwerden auftreten. Nur bei Komplikationen wird ein operativer Eingriff notwendig. Viele Betroffene können nach einer erfolgreichen Behandlung ein beschwerdefreies Leben führen.
Mit Divertikeln leben: Alltagstaugliche Strategien für ein beschwerdefreies Leben
Divertikel, kleine Ausstülpungen in der Darmwand, sind weit verbreitet, besonders im Alter. Viele Menschen leben ein Leben lang symptomfrei mit Divertikeln, ohne es je zu bemerken. Die Diagnose “Divertikulose” – das Vorhandensein von Divertikeln – ist an sich keine Erkrankung, sondern ein Befund. Problematisch wird es erst, wenn sich eine Divertikulitis entwickelt, eine Entzündung der Divertikel. Doch auch mit einer Divertikulitis muss das Leben nicht zwangsläufig von Schmerzen und Einschränkungen bestimmt sein.
Leben mit Divertikulose: Vorbeugung ist der Schlüssel
Bei unkomplizierter Divertikulose, also ohne Entzündungen, konzentriert sich die Bewältigung vor allem auf die Prävention einer Divertikulitis. Hier spielen vor allem Ernährung und Lebensführung eine entscheidende Rolle:
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Ballaststoffreiche Ernährung: Eine ausreichende Ballaststoffzufuhr ist essentiell. Ballaststoffe fördern die Darmtätigkeit und verhindern Verstopfung, die das Risiko einer Divertikulitis erhöht. Denken Sie an Vollkornprodukte, Obst (mit Schale!), Gemüse und Hülsenfrüchte. Ein schrittweiser Anstieg der Ballaststoffmenge ist empfehlenswert, um Blähungen zu vermeiden.
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Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Genügend Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, unterstützt die Darmpassage und trägt zur Vermeidung von Verstopfung bei.
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Regelmäßige Bewegung: Sportliche Aktivität regt die Darmbewegung an und fördert die Gesundheit des gesamten Verdauungssystems.
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Stressmanagement: Chronischer Stress kann die Darmfunktion negativ beeinflussen. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelrelaxation können hilfreich sein.
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Vorsichtiger Umgang mit Schmerzmitteln: Langfristiger Gebrauch von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) kann das Risiko einer Divertikulitis erhöhen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie solche Medikamente einnehmen.
Umgang mit Divertikulitis:
Eine akute Divertikulitis äußert sich in Bauchschmerzen, Fieber und möglicherweise Übelkeit. In den meisten Fällen kann eine Divertikulitis mit Antibiotika erfolgreich behandelt werden. Bettruhe und eine leichte, ballaststoffarme Diät sind während der akuten Phase empfehlenswert. Nach Abklingen der Entzündung sollte die Ernährung wieder schrittweise auf ballaststoffreich umgestellt werden.
Wann ist ein operativer Eingriff notwendig?
In seltenen Fällen kann eine Divertikulitis zu Komplikationen wie Abszessen, Fisteln oder Darmverschluss führen. In solchen Fällen ist ein operativer Eingriff notwendig. Moderne minimal-invasive Verfahren ermöglichen meist eine schnelle Genesung und einen zügigen Wiedereinstieg in den Alltag.
Fazit:
Mit Divertikeln zu leben ist für die meisten Menschen gut möglich. Eine gesunde Lebensführung mit einer ballaststoffreichen Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßiger Bewegung ist der Schlüssel zur Vorbeugung einer Divertikulitis. Bei einer akuten Entzündung ist die ärztliche Behandlung mit Antibiotika meist erfolgreich. Nur in seltenen Fällen mit Komplikationen ist ein operativer Eingriff notwendig. Mit der richtigen Strategie und ärztlicher Begleitung können Betroffene ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen. Wichtig ist, bei auftretenden Beschwerden wie Bauchschmerzen, Fieber oder Veränderungen des Stuhlgangs einen Arzt aufzusuchen.
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