Warum hat man in den Wechseljahren ständig Hunger?

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Schwankende Hormonlevel in den Wechseljahren, insbesondere von Östrogen und Progesteron, beeinflussen den Stoffwechsel und die Wasserregulation im Körper. Dies kann zu einem veränderten Hungergefühl führen, da der Körper vermehrt Energie benötigt und vermehrt Wasser einlagert. Die Gewichtszunahme verstärkt dieses Gefühl oft zusätzlich.

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Der Heißhunger in den Wechseljahren: Mehr als nur eine Laune

Die Wechseljahre, eine Phase tiefgreifender hormoneller Umstellungen, bringen zahlreiche Veränderungen mit sich. Neben Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen klagen viele Frauen über ein verstärktes und oft unerklärliches Hungergefühl. Doch warum ist das so? Die Antwort ist komplexer, als nur auf “Hormonumstellung” zu verweisen.

Der häufigste Grund für den gesteigerten Appetit in den Wechseljahren liegt tatsächlich in den schwankenden Hormonspiegeln. Östrogen und Progesteron, zwei Schlüsselhormone, spielen eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel und der Fettregulation. Ein sinkender Östrogenspiegel kann zu einer vermehrten Fettansammlung im Bauchraum führen, was wiederum den Insulinspiegel beeinflusst und das Hungergefühl verstärkt. Gleichzeitig kann der veränderte Stoffwechsel die Energieverbrennung verlangsamen, wodurch der Körper mehr Kalorien benötigt, um die gleichen Funktionen aufrechtzuerhalten. Das Resultat: Ein konstanter Hunger.

Doch es ist nicht nur der veränderte Stoffwechsel an sich. Auch die Wasserregulation wird durch die hormonellen Schwankungen beeinflusst. Eine vermehrte Wassereinlagerung kann zu einem aufgeblähten Gefühl und einem Gefühl von Hunger führen, obwohl der Körper eigentlich genügend Energie besitzt. Dieser Effekt verstärkt sich durch die oft mit den Wechseljahren einhergehende Gewichtszunahme, die wiederum das Hungergefühl weiter steigert. Ein Teufelskreis beginnt.

Zusätzlich zu den hormonellen Einflüssen spielen psychologische Faktoren eine bedeutende Rolle. Stress, der in den Wechseljahren häufiger auftritt, kann den Appetit anregen. Auch Schlafstörungen, ein weiteres häufiges Symptom, beeinflussen den Hormonhaushalt und führen zu einem erhöhten Hungergefühl, insbesondere auf zucker- und fettreiche Lebensmittel.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Heißhunger in den Wechseljahren kein Zeichen von mangelnder Willenskraft ist. Es handelt sich um ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die den Körper und den Geist beeinflussen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf können helfen, den Heißhunger zu reduzieren. In manchen Fällen kann auch die Unterstützung durch eine Ernährungsberaterin oder einen Arzt sinnvoll sein, um individuelle Strategien zur Bewältigung der Symptome zu entwickeln und mögliche Begleiterkrankungen auszuschließen. Die Beratung durch eine spezialisierte Ärztin oder einen Arzt ist besonders ratsam, um eventuelle zugrundeliegende Erkrankungen auszuschliessen oder die richtige Hormonersatztherapie zu finden.

Schliesslich gilt es, auf die eigenen Signale zu achten und nicht aus Panik über den Heißhunger zu ungesunden Essgewohnheiten zu greifen. Eine bewusste und achtsame Ernährung kann dazu beitragen, die Wechseljahre mit mehr Wohlbefinden zu meistern.