Wie viele Garnelen in 30 Liter Becken?

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Die Besatzdichte in einem 30-Liter-Aquarium ist stark abhängig von Art, Größe und Aktivität der Garnelen. Faustregeln sind hilfreich, doch die individuelle Beobachtung des Verhaltens und der Wasserparameter bleibt entscheidend für das Wohlbefinden der Tiere. Überbesatz führt schnell zu Stress und Krankheiten.

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Garnelenparadies im Kleinformat: Wie viele Garnelen passen in ein 30-Liter-Becken?

Ein 30-Liter-Aquarium ist ein wunderbarer Einstieg in die faszinierende Welt der Aquaristik. Besonders beliebt ist es für die Haltung von Garnelen, den kleinen Wirbellosen, die mit ihrer Farbenpracht und ihrem interessanten Verhalten jedes Becken bereichern. Doch bevor man sich Hals über Kopf in das Garnelenabenteuer stürzt, ist es wichtig, sich mit der Frage auseinanderzusetzen: Wie viele Garnelen kann ich eigentlich in einem 30-Liter-Becken halten?

Die Antwort ist leider nicht so einfach, wie man vielleicht hofft. Es gibt keine allgemeingültige Zahl, die für jede Garnelenart und jedes Becken gleichermassen gilt. Die optimale Besatzdichte hängt von verschiedenen Faktoren ab, die man berücksichtigen muss, um das Wohlbefinden der kleinen Krabbler zu gewährleisten.

Die wichtigsten Faktoren im Überblick:

  • Garnelenart: Kleine Garnelenarten wie Red Fire, Yellow Fire oder Sakura Garnelen (Neocaridina davidi) benötigen weniger Platz als größere Arten wie Amanogarnelen (Caridina multidentata) oder Fächergarnelen (Atyopsis moluccensis).
  • Größe der Garnelen: Die Größe der Garnelen variiert je nach Art und Alter. Je größer die Garnele, desto mehr Platz benötigt sie.
  • Aktivität der Garnelen: Sehr aktive Arten, die viel schwimmen und herumwuseln, brauchen mehr Freiraum als ruhigere Arten, die sich eher im Bodengrund oder auf Pflanzen aufhalten.
  • Bepflanzung: Ein dicht bepflanztes Aquarium bietet den Garnelen nicht nur Versteckmöglichkeiten, sondern trägt auch zur Wasserqualität bei. Mehr Pflanzen bedeuten also mehr Raum für Garnelen.
  • Filterung: Ein guter Filter ist unerlässlich, um Schadstoffe abzubauen und das Wasser sauber zu halten. Ein leistungsstarker Filter kann einen höheren Besatz ermöglichen.
  • Fütterung: Eine übermäßige Fütterung führt zu einer höheren Belastung des Wassers und kann die Wasserqualität negativ beeinflussen. Eine angepasste Fütterung ist entscheidend für eine gesunde Population.
  • Wasserwerte: Die Wasserwerte müssen für die jeweilige Garnelenart optimal sein. Regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig, um Schadstoffe zu reduzieren und die Wasserqualität zu erhalten.

Faustregeln und Richtwerte:

Trotz der vielen individuellen Faktoren gibt es einige Faustregeln, die als grobe Orientierung dienen können:

  • Neocaridina davidi (Red Fire, Yellow Fire, Sakura): 10-20 Garnelen pro 10 Liter Wasser. Für ein 30-Liter-Becken bedeutet das also 30-60 Garnelen.
  • Caridina multidentata (Amanogarnele): Aufgrund ihrer Größe und Aktivität sollte man nicht mehr als 5-6 Amanogarnelen in einem 30-Liter-Becken halten.
  • Andere Garnelenarten: Hier ist es ratsam, sich vor der Anschaffung ausführlich über die Bedürfnisse der jeweiligen Art zu informieren und die Besatzdichte entsprechend anzupassen.

Wichtiger Hinweis: Diese Zahlen sind lediglich Richtwerte! Es ist immer besser, mit einer geringeren Anzahl zu beginnen und die Entwicklung der Garnelenpopulation genau zu beobachten.

Die Beobachtung als Schlüssel zum Erfolg:

Die wichtigste Regel in der Garnelenhaltung ist die aufmerksame Beobachtung. Wie verhalten sich die Garnelen? Sind sie aktiv und agil oder eher lethargisch? Haben sie ausreichend Versteckmöglichkeiten? Gibt es Anzeichen von Stress oder Krankheiten?

Achte auf folgende Anzeichen für eine Überbesatzung:

  • Häufiges Häuten: Stress kann zu einer erhöhten Häutungsfrequenz führen.
  • Versteckverhalten: Wenn sich die Garnelen ständig verstecken, kann das ein Zeichen für Stress oder Angst sein.
  • Aggressives Verhalten: Bei Überbesatz kann es zu Streitigkeiten um Futter und Reviere kommen.
  • Hohe Nitrit- und Nitratwerte: Eine zu hohe Besatzdichte belastet das Wasser und führt zu erhöhten Nitrit- und Nitratwerten.

Fazit:

Die optimale Anzahl an Garnelen für ein 30-Liter-Becken ist von vielen Faktoren abhängig. Es ist wichtig, sich vor der Anschaffung über die Bedürfnisse der jeweiligen Garnelenart zu informieren und die Besatzdichte entsprechend anzupassen. Die Beobachtung des Verhaltens und der Wasserwerte ist entscheidend für das Wohlbefinden der Tiere. Beginne lieber mit einer geringeren Anzahl und beobachte, wie sich die Population entwickelt. So schaffst du ein artgerechtes und harmonisches Garnelenparadies im Kleinformat.